Na prima, genau so hatte ich mir das vorgestellt! Da stehe ich nun mitten in der Stadt meiner Träume und weiß nicht weiter!

Nach der verspäteten Landung in Fiumicino, dem größeren der beiden römischen Flughäfen, hat es natürlich noch gefühlte drei Stunden gedauert, bis mir endlich mein Trolley auf dem Gepäckband entgegenrollte. Die Zeit habe ich dann direkt nutzen wollen, um Emilia zu erreichen, die auf meine SMS noch nicht reagiert hat, aber wieder habe ich kein Glück, denn ihr Handy ist ausgeschaltet.
Ich fische mein Notizbuch, mit der Telefonnummer meiner zukünftigen WG aus dem Rucksack, doch auch dort erreiche ich niemanden.

Wenigstens gelingt es mir, ohne Probleme den Abfahrtsort des „Leonardo-Express“ zu finden, der die Reisenden direkt mitten in die Innenstadt zum Hauptbahnhof „Termini“ bringt.

Und genau dort stehe ich nun mit meinen Siebensachen in dieser gigantischen, endlos erscheinenden Bahnhofshalle. Um mich herum strömen tausende Menschen, die alle ein festes Ziel zu haben scheinen, nur ich weiß jetzt gerade gar nicht wohin.
Emilias Handy (oder soll ich Telefonino sagen?) ist immer noch ausgeschaltet.

Endlich! Wenigstens in der WG hebt jemand ab!

Auf meine kurze Frage antwortet mir ein Redeschwall, der mich rätseln lässt, ob das, was ich an der Uni so eifrig geübt habe, tatsächlich Italienisch war. Aber immerhin bekomme ich nach dreimaligem Nachfragen wenigstens soviel heraus, dass 1. Emilia bei einer Kommilitonin sei und später zu einer Party wolle, man 2. aus irgend einem Grund erst morgen mit mir gerechnet hat und ich daher 3. heute auf keinen Fall schon kommen könne.

Inzwischen ist es bereits 19.00 Uhr und stockdunkel. (Wir haben schließlich erst Mitte Februar.) Es wird höchste Zeit, dass ich mich zumindest für heute um eine alternative Bleibe kümmere und mithilfe meines Reiseführers ermittele ich die Adressen einiger Hostels, die laut Stadtplan glücklicherweise ziemlich nahe hier am Bahnhof liegen.

Trotzdem habe ich dann doch eine ziemliche Wanderung hinter mir, als ich endlich – reichlich müde aber auch wütend – ein akzeptables Zimmer in einem 5 Sterne Wellnesshotel finde, das ich sogar für mich allein habe. Immerhin hat das Hostel Plätze mit Internetzugang, an denen man sein Laptop anschließen kann, und da ich inzwischen berechtigte Zweifel an dem WG-Zimmer habe, beginne ich notgedrungen, mich so nach Alternativen umzuschauen.

Von einem jungen Italiener, der meine Ratlosigkeit erkennt, erhalte ich gerade den Tipp, mich morgen auch einmal unter den entsprechenden Aushängen an der nahen „Sapienza“, der berühmten römischen Uni umzusehen, als plötzlich mein Handy klingelt…

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